Verfasst von: AmZ | September 1, 2011

Karriereboost Weiterbildung

Wenn nach ein paar Jahren Berufs- und Führungserfahrung die Lernkurve sinkt, wird aktiv nach Weiterbildung, MBA und Co gesucht. Die Motivation dafür ist so unterschiedlich wie das Angebot. Eine Bestandsaufnahme mit Überraschungseffekt.

Jörg Fekesa, MBA

Wer denkt, dass in der Krise bei den Weiterbildungsangeboten gespart wird, irrt. Sie hat vor allem den Postgraduate-Studien einen überraschenden Aufschwung verschafft. Zwar sparen die Unternehmen bei der Bezahlung von MBAs und Spezialisierungen, dafür investieren immer mehr Privatpersonen in ihre eigene Ausbildung. „Bei uns bezahlen fast 90 Prozent aller Studenten ihre Ausbildung selbst“, erklärt Dr. Martin Stieger, Studienleiter der akademischen Fernlehre wweedu. „Mit Ausbildungen ab 6.000 Euro liegen wir in einem günstigen Preissegment.“ Doch auch bei MBAs an der WU Wien, die sich mit 25.000 bis 40.000 Euro zu Buche schlagen, zahlen sich über 50 % ihre Ausbildung bereits selber. „Hier ist eine absolute Trendumkehr erkennbar“, erklärt Jörg Fekesa, MBA, Studienleiter der Fachakademie Aditus in Wien. „Vor sechs Jahren war maximal ein Drittel der Studenten bereit, sich ihren MBA selbst zu finanzieren.“ Dem amerikanischen Usus, die Ausbildung über Kredit zu finanzieren, haben sich die Österreicher aber noch nicht ganz angenähert. Dennoch bringt es Fekesa so auf den Punkt: „Weiterbildung genießt mittlerweile einen so hohen Stellwert, dass sich manche Studenten gegen ein neues Auto und für einen MBA entscheiden.“ Was treibt also die Gruppe der 35 bis 50 –Jährigen an, Zeit und Geld in eine weitere Ausbildung zu investieren? Notwendigkeit, Interesse, Networking oder reine Jobabsicherung? Von allem ein bisschen und dazu noch das Glücksgefühl, etwas für sich selbst zu machen. Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zum Thema „Glück, Freude, Wohlbefinden – welche Rolle spielt das Lernen?“ aus dem Jahre 2008 machte ein Aspekt des lebenslangen Lernens, nämlich die Möglichkeit, immer wieder etwas Neues zu erlernen, 40 % der Befragten „sehr glücklich“. Damit rangiert Lifelong Learning als Glücksquelle hinter „Freunde“ (64 %) und „Partnerschaft“ (63 %).

WAS DAS WISSEN VERALTET

„Die Hauptgruppe der Bildungswilligen sucht ein Programm, mit dem sie einen Karriereschritt vorbereiten oder die derzeit innegehaltene Position absichern wollen“, erklärt Stieger. „Oft sind mit einer Weiterbildung aber auch Berufsrechte verbunden.“ Anderen ist es wichtig, ihre wirtschaftliche Kompetenz nach außen sichtbar zu ma-chen. „Erfolgreiche Manager, die ihr Studium nicht beendet haben, möchten ihr Wissen in Form eines Titels den sie auf die Visitenkarte schreiben oder im Führerschein eintragen lassen können, vorzeigen;“erklärt Jörg Fekesa von der Fachakademie Aditus in Wien. So ist z.B. der Lehrgang „Betriebsorganisation“ ein Renner. In zwei Semestern können sich die Studierenden berufsbegleitend vertiefte und anwendbare Kenntnisse in den unternehmerisch einschlägigen Fachbereichen der Betriebswirtschaft aneignen. Schließlich drängen viele Junge mit abgeschlossenen Studien in die Wirtschaft. Viele Manager, welche die Universität vor mehreren Jahren abgeschlossen haben, erleben, dass ihr Wissen zu veralten beginnt.

„Globalisierung und ein rasanter technologischer Entwicklungsprozess, in dem die Digitalisierung eine zentrale Rolle spielt, haben die Halbwertszeit des Wissens stark verkürzt“, ergänzt Jürgen Willer, Rektor der Donau – Universität Krems. So erkennen viele Manager, dass gut die Hälfte jener Wissensinhalte, die während der Schulzeit erworben wurden, nach weniger als 20 Jahren bereits überholt ist. Je spezialisierter das Wissen ist und der Bereich, in dem Fachwissen angewandt werden kann, desto früher ist dieses Wissen als Ergebnis neuer Entwicklungen, Produkte oder Verfahrenstechniken nicht mehr aktuell. Auch ein weiterer Trend fordert die stete Weiterbildung. „Karriere funktioniert oft nach einem Plan, der Weiterbildung einfach vorsieht“, so Fekesa. „Die Studenten sind viel zielgerichteter und wissen, dass sie mit einem Weiterbildungsmaster einfach schneller den Job machen können, den sie sich wünschen.“ Andere möchten sich bewusst in einem anderen Feld positionieren, wo mehr Nachfrage herrscht. Zum Beispiel hat ein MBA mit Spezialisierung in Gesundheitsberufen mancher Karriere zur Blüte verholfen.

KOMPETENT ALS NEUE FÜHRUNGSKRAFT

Auch um den nächsten Karriereschritt professionell zu unterstützen, suchen Berufstätige nach einer geeigneten Ausbildung. So bietet die MDI – Sommerakademie einen fünftägigen Lehrgang „Kompetent als neue Führungskraft“ an. „Die Ausbildung umfasst alle dafür relevanten Themenstellungen, um in kurzer Zeit genau jene Kompetenzen zu entwickeln, die von Führungskräfte erwartet werden“, erklärte der geschäftsführende MDI – Gesellschafter Mag. Gunther Fürstberger. „Im Vorfeld des Lehrgangs werden die bevorzugten Führungsstile und Fähigkeiten getestet. Die Ergebnisse sind die Basis zur persönlichen Weiterentwicklung, welche von den Trainern durch den gesamten Lehrgang begleitet wird.“
Voll im Trend sind natürlich auch Postgraduate-Studien, die fehlende Kompetenzen ergänzen. Der Klassiker ist nach wie vor der Techniker, der die Karriereleiter erklimmt und sich mit wachsender Verantwortung die fehlende wirtschaftliche Kompetenz aneignen muss. Welche Fortbildung für den Einzelnen Sinn macht, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, vor allem aber auch von der persönlichen Berufs- und Lebensplanung. „Unsere Studenten sind sehr oft auch international unterwegs“, erklärt Fekesa. „Deswegen eignet sich ein Fernstudium besonders gut. Die Zeit im Flugzeug oder in der Bahn kann ideal zum Lernen genutzt werden.


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