Verfasst von: AmZ | April 4, 2011

Gute Aussichten für alle Absolventen

Gute Aussichten für alle Absolventen

 

Die staatliche Prüfung zum Pharma-Referenten ist nicht einfach. Wer sie besteht, hat so gut wie sicher einen Job.

 
Nicole Kraule ist Geschäftsführerin des Ausbildungs-Institutes pharma-education. Im Interview mit dem KURIER erklärt sie, was man als angehender Pharmareferent mitbringen muss, was das ideale Einstiegsalter ist – und warum es gar nicht so schlecht ist, dass die staatliche Pharmareferentenprüfung so schwierig ist.
KURIER: Über welche Eigenschaften sollte ein Pharmareferent verfügen?

Nicole Kraule: Man muss auf jeden Fall ein kommunikativer, offener Typ sein. Redegewandt und in der Lage, selbstständig zu arbeiten. Man betreut sein Gebiet in der Regel sehr eigenverantwortlich, ist an keine fixen Dienstzeiten gebunden und muss sich auch selbst motivieren können, außer Haus zu gehen.
Braucht es eine medizinische Vorbildung?

Ein Interesse an der Medizin sollte man schon mitbringen. Vorbildung ist nicht schlecht, aber nicht vonnöten. Manchmal ist es sogar einfacher, wenn die Dinge noch neu sind und man sie nicht schon einmal gelernt hat.
Wie sieht es mit den wirtschaftlichen Kenntnissen aus?

Schlecht ist es nicht, das zu haben. Die Firmen haben gerne kaufmännisch denkende Menschen. In den meisten Unternehmen gibt es zu Beginn Schulungen, wie man ein Gebiet eigenständig betreut.
Was sind die rechtlichen Voraussetzungen, um den Beruf ergreifen zu können?

Die sind im Arzneimittelgesetz ganz genau geregelt: Mit abgeschlossenem Medizin- oder Pharmazie-Studium darf man sofort beginnen. Ansonsten muss man die staatliche Prüfung zum Pharmareferenten ablegen, zu der man mit Matura, Studienberechtigungsprüfung oder einer Ausbildung zur diplomierten Krankenschwester zugelassen ist.


Was lernt man in der Vorbereitung auf die staatliche Prüfung?

Den theoretischen medizinisch-pharmazeutischen Prüfungsstoff, sowie berufspraxisbezogene Dinge wie Branchenkunde, Präsentationstechnik und Verkaufstraining.


Welche Chancen haben Berufsanfänger?

Das ideale Einstiegsalter liegt bei 30, 35 Jahren. Man hat mit Ärzten zu tun, da ist es Anfang 20 schwer akzeptiert zu werden. Es gibt natürlich auch Bewerber, die das nötige Auftreten schon mit 18 haben.


Wie sind die Job-Chancen im Allgemeinen?

Gut. Die Prüfung ist schwierig, die Durchfallquote liegt bei 70 bis 80 Prozent. Wer durchkommt, hat tolle Berufsaussichten. Die Pharmareferenten sind das wichtigste und teuerste Werbemittel für die Branche. Man hat mit einer gehobenen Klientel zu tun. Es ist nicht das klassische Keilen, das man vielleicht als Versicherungsvertreter kennt. In der Regel verdient man zu Beginn 2.000 Euro brutto – plus Prämien, Dienstwagen, Handy, etc.

 

 

© Bild und Text by: Nicole Kraule


Responses

  1. 2000€ sehe ich aber nicht als gutes Gehalt, wenn ich dann noch den Lernaufwand dazurechne und die schwere Prüfung. Ein gutes Gehalt fängt gerade mal bei 2500€ an, alles darunter kann man bei den heutigen Kosten vergessen.
    Ein Sachbearbeiter bei einer Versicherung verdient mehr, sogar die Marketinassistenten im Innendienst, die vielleicht gerade einmal eine Handelsschule abgeschlossen haben. Also im Vergleich dazu sind 2.000€ im Monat mies.

    • Achja zum Thema Dienstwagen, ist ganz nett kostet mich aber auch ordentlich etwas von meinem Gehalt (geldwerter Vorteil) bei 2000€ im Monat bleibt da nicht mehr viel über.

      Der Druck als PR ist ebenfalls sehr hoch, eigentlich sind wir ja keine Verkäufer sondern sollen beraten, wer´s glaubt. Dies ist alles nur ein schönreden, als PR geht es nur um VERKAUFEN und UMSATZDRUCK

    • sehe ich genauso, meine Freundin verdient als Marketing-Assistentin schon 2700€ brutto ohne wirtschaftlicher Ausbildung. Für 2000€ steh ich nicht mal auf.

  2. nett, das kommentare die der wahrheit entsprechen einfach gelöscht werden.

  3. Allein die Einleitung „(…) Wer sie besteht, hat so gut wie sicher einen Job“ entspricht leider nicht den Tatsachen. Der österreichische Markt ist überschwemmt mit Pharmareferenten und gerade Berufseinsteiger haben es sehr schwer, durchzustarten und Personen ab einem gewissen Alter haben nach Beendigung eines Dienstverhältnisses wenig Perspektiven in diesem Berufsbild – eine oberflächliche Branche, in der man mit Mitte 40 schon zum alten Eisen gehört. Neben passablen Kommunikationsfähigkeiten zählt vor allem das optische Erscheinungsbild, ein gepflegtes Auftreten alleine reicht oftmals nicht, wer dem klassischen Schönheitsbild entspricht hat noch eher Chancen. Wer also glaubt, überwiegend mit Kompetenz und Fachwissen punkten zu können, wird möglicherweise bald auf dem bitteren Boden der Realität landen. Es ist sehr fraglich, wie objektiv das Interview mit einer Person ist, die Ihre Brötchen damit verdient, teure Vorbereitungsausbildungen für dieses Berufsbild zu verkaufen…


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