Verfasst von: AmZ | November 25, 2010

Gegen die „bildungspolitische Wertevernichtung“

Gegen die bildungspolitsiche Wertevernichtung

„Lehrgänge universitären Charakters würden laut den Entwürfen zum Hochschul- Qualitätssicherungsgesetz aufs Abstellgleis gestellt. Die Verzögerung des Gesetzes bringe schon jetzt massive Finanzeinbußen für Anbieter.“

Eigentlich hätte das Hochschul- Qualitätssicherungsgesetz bereits im Juni dieses Jahres verabschiedet werden sollen, mittlerweile werde Juni nächsten Jahres kolpotiert, erklärt Klaus Rückert, Präsident des Verbandes für Erwachsenenbildungsträger Österreich (Vebö). Wir haben volles Verständnis dafür, dass sein solch großes Vorhaben Zeit braucht. Aber diese Zeitverzögerung verursacht bei den Bildungseinrichtungen, die Lehrgänge universitären Charakters anbieten, massive Finanzierungsprobleme.

Schon jetzt könnten diese Lehrgänge universitären Charakters (Lucs), die fünf Semester dauern, nicht mehr angeboten werden. Dadurch komme es zu finanziellen Einbußen, denn 2010 laufe das bisherige Gesetz aus, wie es danach weitergehen soll, ist nach wie vor ungewiss, ergänzt Rückert. Daher fordert er, dass die Akkreditierung für Lucs so lange aufrechterhalten bleibt, bis das neue Gesetz eine Regelung dafür vorsieht. Doch auch hier werde eine Konsensfindung noch dauern, ist er überzeugt.

Denn die im Gesetzesentwurf vorgesehene Umwandlung in Zertifikatslehrgänge stellt für ihn eine Degradierung dar, da sie diesen Einrichtungen die Berechtigung zur Verleihung von akademischen Titeln entziehen. Von einer Anschlussmöglichkeit an die Bologna-Architektur ist weit und breit nichts zu sehen, ergänzt er. Wenn dafür keine zeitgerechte Lösung gefunden werde, werden die Bildungsinstitute Kooperationen im ausländischen Universitäten und Akkreditierungsagenturen eingehen, und das werde einerseits zu Kostensteigerungen führen, und anderseits werde durch die Verleihung von akademsichen Titeln durch ausländische Institute der nationale Qualifizierungsrahmen unterlaufen.

Das ist aber nicht in unserem Interesse, sagt Rückert. Kooperationen mit inländischen Hochschulen seien schwierig, da sie kaum Interesse an einer solchen Zusammenarbeit hätten. Denn: Universitäten bieten selbst kostenpflichtig Weiterbildungslehrgänge an und wollen unter dem Vorwand der Qualitätssicherung die Konkurrenz ausschalten, lautet die Vermutung von Rückert. Doch gerade beid der Qualität bräuchten die Lucs den Vergleich mit Universitäten nicht scheuen. Immerhin seien viele Lehrende und Vortragende auch an Universitäten tätig.

Für Rückert sind Lucs eine 13jährige Erfolgsgeschichte, in denen rund 30.000 berufstätige Absolventen mit einem akademischen Grad ihre berufliche Karriere beförder haben. Insgesamt 47 Institute in Österreich bieten postgradualer Lehrgänge universitären Charakters an. Ein Wegfall dieser Ausbildung ist eine bildungspolitische Wertevernichtung, die unsere Studierenden besonders hart trifft. Weil berufliche Professionalisierungen mit dem Erwerb akademischer Grade verbunden sind.

© Text Copyright von Gudrun Ostermann


Responses

  1. Das ist der alltägliche Wahnsinn in Deutschland. Aber dazu kann man eigentlich nur eins sagen: Love it, change it or leave it

  2. Du sagst es Bernd. Bin auch der Meinung wie du.

  3. Bin auch der gleichen Meinung wie Bernd. Ich lebe gerne in Deutschland aber manche Entwicklungen sind besorgniserregend.

  4. Ganz meine Meinung. Da muss sich jetzt bald was tun.


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