Verfasst von: AmZ | Mai 7, 2010

Bleiben Sie in Bewegung

Bleiben Sie in Bewegung

Wesentliche Informationen aus der Sportmedizin

Sport ist gesund, denn Bewegung ist die Grundlage für unser Wohlbefinden. Wenn beim Sport allerdings etwas passiert, ist richtiges Handeln gefragt. Vorbeugen ist aber natürlich wie immer besser als Heilen…

„Sport ist Mord“ – dieser Slogan wird so lange nicht gelten, solange wir verstehen und spüren, was wir unserem Körper zumuten können und solange wir die richtige Balance zwischen Bewegung und Entspannung finden. Körperliche Aktivität ist unbestritten gesund und erhöht die Lebensqualität um ein Vielfaches. Wenn beim Sport Gesundheitsgefahren entstehen, sind sie meistens selbst verschuldet. Was muss man wissen, um möglichst fit zu bleiben?

Ausdauer-,Kraft-oder Beweglichkeitstraining

Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Trainingsarten: Ausdauer-, Kraft-  und Beweglichkeitstraining. Ausdauertraining  verbessert die Kondition, unterstützt Herz und Kreislauf. Zudem  stärkt es Muskulatur, Lunge und Blutgefäße. Die Körperzellen werden vermehrt mit Sauerstoff versorgt, da Lungenvolumen steigt, Herz und Kreislauf transportieren  den Sauerstoff schneller zu den Muskelzellen. Krafttraining wiederum besteht aus kurzen und anstrengenden Übungen, es kommt darauf an, einen möglichst großen Widerstand zu überwinden. Beim Beweglichkeitstraining verbessern Sie die Dehnungsfähigkeit des Körpers und Ihre Fitness.  Jeder von uns  sollte das Beweglichkeitstraining so lange wie möglich ausüben, denn unbewegliche Gelenke gehören zu den ersten Alterserscheinungen und können so gut hinausgezögert werden. Je älter man ist,umso vorsichtiger sollte man allerdings an sein Training herangehen.

Dazu meint Univ.-Prof. Dr.Stefan Nehrer:“Ab dem 40.Lebensjahr zeigen die meisten Menschen erste Alterserscheinungen. Während die Muskeln und das Herz-Kreislauf-System beim gesunden Menschen meist problemlos trainierbar sind, wird durch Überlastungen und Verletzungen des Bewegungsapparates die Sportfähigkeit limitiert.“

Aufbautraining ist wichtig

Prinzipiell kann der Bewegungsapparat in gleicher Weise wie das Herz-Kreislauf-System trainiert werden, nur reagiert er wesentlich langsamer mit einer Anpassung der Belastbarkeit. Somit entstehen beim Sportler Überlastungsschmerzen an Muskel-Sehnenübergängen. Ein systematisches Aufbautraining hilft den Bewegungsapparat an den Sport zu gewöhnen und die Leistung kontinuierlich zu steigern. Beim Laufen beginnen wir mit einem „Walk-Jogg-Walk“ wo wir Laufen und Gehen zunächst alle 10 Minuten abwechseln und dann nach einigen Wochen die Gehpause verkürzen und schließlich 40 – 60 Minuten durchlaufen können. Ein ganz entscheidender Trainingsparameter, der auch gut selbst zu kontrollieren ist, ist dabei die Herzfrequenz (Puls). Diese ist der Maßstab für die momentane Belastung. Als grobe Faustregel für sie gilt: ein Wert von 220 minus Lebensjahren sollte nicht überschritten werden. Für die effektive Pulskontrolle ist das Laufen mit einem Herzfrequenzmessgerät(Pulsuhr) empfehlenswert.

Bei zu rascher Steigerung des Trainings kommt es zu schmerzhaften Überlastungsproblemen wie Muskelkater, Muskelverletzungen oder Sehnenschmerzen etwa an der Achillessehne. Sportarten müssen richtig erklärt und erlernt sein. Die entsprechende Technik ist Voraussetzung für eine gesunde Belastung und auch für den sportlichen Erfolg. Sportarten wie Schifahren oder Golfen brauchen viel Übung, aber auch Sportarten wie Laufen oder Schwimmen müssen richtig gelernt werden. Werden sie falsch ausgeführt, kommt es zu Schmerzproblemen, die in der  Sportmedizin schon oft nach der Sportart in der sie auftreten benannt sind. Golfer- oder Tennisellbogen, Schwimmerschulter, Springerknie oder Fußballerknöchel.

Sportmedizinscher Check und Selbsteinschätzung

Richtige Technik, systemischer Trainingsaufbau und optimale Ausrüstung sind Voraussetzung für gesundes Sportbetreiben. Sporteinsteiger oder Wiedereinsteiger nach berufsbedingten Sportpausen sollten sich unbedingt einer sportmedizinischen Untersuchung unterziehen. Diese umfasst eine internistische Untersuchung, einen Leistungstest und eine orthopädische Untersuchung bei der die Sportneigung festgestellt wird. Hier können im Rahmen einer Sportberatung die optimale Sportart und auch Art und Umfang des Trainings bestimmt werden.

Überlastung und Übermüdung sind die häufigsten Ursachen von Sportverletzungen und Sportschäden. Die richtige Selbsteinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit ist ein wichtiger Aspekt im Sport. Dies gilt einerseits für die Dauer und Intensität der Belastung, aber auch für Unfallgefahr und Risikoabschätzung. Besonders in Sportarten wie Schifahren hat sich durch Verbesserung der Pistenpräparierung und auch der Schitechnik mit dem Carver die Geschwindigkeit – und damit auch die Verletzungshäufigkeit und Verletzungsschwere – deutlich erhöht.

Was tun bei Verletzungen

Wenn doch eine Verletzung passiert, können Sie folgendermaßen vorgehen: Merken Sie sich das Wort PECH (Pause, Eis, Compression,Hochlagern). Vermeiden Sie unnötige Bewegungen und geben Sie ein „cool pack“ auf den verletzten Bereich. Legen Sie eine elastische Binde an, und lagern Sie die verletzte Stelle hoch, um Schwellungen zu verringern. Falls Ruhe- und Bewegungsschmerzen nicht aufhören, die Schwellung anhält, konsultieren Sie umgehend einen Arzt! Knochenbrüche müssen ärztlich versorgt werden, da Langzeitschäden entstehen können. Bei kleineren blutenden oberflächlichen Verletzungen, säubern Sie die Wundräder und decken Sie die Wunde keimfrei ab. Der Verband sollte dann regelmäßig gewechselt werden. Bei stärker blutenden Wunden muss man innerhalb von sechs Stunden einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen, da nur innerhalb dieses  Zeitraums Wunden genährt werden können. Frischen Sie,  falls nötig Ihre Tetanusimpfung auf.

Verletzungen vorbeugen und fit bleiben

Wenn Sie folgende Regeln beachten, können Sie Verletzungen und Überlastungen vermeiden und Ihren Körper in Form halten:

  • Sportärztliche Untersuchung und Beratung (besonders für Sporteinsteiger und Wiedereinsteiger)
  • Wählen Sie ihre Sportart nach Ihren körperlichen Voraussetzungen
  • Lernen Sie die richtige Technik der Sportart
  • Kaufen Sie die passende Sportausrüstung (Schuhe, Schutzkleidung)
  • Steigern Sie ihre Leistung langsam und systematisch
  • Ausreichendes Aufwärmen und vorbereitende Bewegungsübungen
  • Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme während längerer Belastungen planen
  • Erholungspausen einhalten und Regenerationmaßnahmen (Sauna, Massage) durchführen
  • Risiko abschätzen und Verletzungen vermeiden
  • Kein Sport bei Schmerzen oder anderen Symptomen (Übelkeit, Schwindel, Atemnot…)
  • Mehr Spaß als Ehrgeiz, Wohlfühlen  = Wellness zählt
  • Intelligent Sport betreiben
  • Regelmäßige Pulskontrolle

Sport  als Therapie

„Bei richtiger Sportausübung ist Sport ein wichtiges „Medikament“: Es kann zum Beispiel Übergewicht reduzieren, Bluthochdruck senken, Herzleistung und Gelenkfunktion verbessern und vor allem Ihr Leben positiv und lebenswert erhalten bzw. wieder machen. Leben ist Bewegung und Bewegen ist Sport. Bei Überdosierung des Medikamentes Sport kommt es jedoch zu Nebenwirkungen und Komplikationen, daher wohldosiert und intelligent Sport betreiben!“ so     Univ.-Prof.Dr.Stefan Nehrer.


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