Verfasst von: AmZ | Januar 27, 2010

Mann bleibt fit

Sex als Lebenselexier

Sex ist die schönste Sache der Welt. Man(n) sollte sich daher sein ganzes Erwachsenenleben daran erfreuen. Schwierig wird es bei vielen Männern dann, wenn gesundheitliche oder psychische Gründe den erotischen Dauerfrust darstellen.

Vorweg: Wer viel Sex hat, wird lange fit bleiben. Regelmäßiger Sex stimuliert die Produktion von Testosteron, was die Lust wiederum erheblich steigert. Ein weiteres Faktum ist, dass der Penis mit dem Rest des männlichen Körpers in Verbindung steht, auch wen man(n) das manchmal nicht wahrhaben will.

Steuerzentrale Gehirn

Der wichtigste Körperteil dabei ist das Gehirn. Das Gehirn steigert die Lust am Sex und ist rein körperlich betrachtet stets damit beschäftigt, alle komplexen sexuellen Abläufe zu steuern. Die emotionale Gesundheit stellt somit die Grundlage für die Potenz eines Mannes dar. Es klingt schon langweilig, aber Stress ist die Hauptursache für Sexualstörungen. Angst und Leistungsdruck sind ebenfalls erhebliche Störfaktoren und diese Art von Gedanken können häufig einen Erektionsverlust nach sich ziehen. Dagegen hilft nur, das Gehirn auszuschalten und sich außschließlich auf den Körper zu konzentrieren. Männer über 40 haben zwar wirklich weniger Erektionen und halten diese auch nicht mehr so gut, können aber schon zu Beginn derartiger Phänomene einiges dagegen tun. Das beste Rezept für ein erfülltes Sexualleben ist dafür zu sorgen, dass das Herz und die Arterien in gutem Zustand sind, sich der Körper rundum fit fühlt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kommunikationsfähigkeit mit der Partnerin. Sprechen sie alles offen aus!

Erektion – Ejaculatio praecox

Während bei Männern die Erektion Thema Nummer Eins ist, viele leiden unter „Ejaculatio praecox“, also vorzeitigem Samenerguss. Nachdem dieser als Teil der männlichen Potenz definiert wird, und dafür steht, dass „Mann“ sich im Griff hat, ist es nicht verwunderlich, dass er einen enormen Leidensdruck hervorrufen kann: Denn was vor wenigen Generationen noch „im Trend“ lag, ist heute Tabu und reiner Frust auf beiden Seiten. Immerhin hatten noch in den 50-er Jahren ein Großteil der Männer innerhalb von zwei Minuten nach dem Eindringen einen Samenerguss und entschuldigten sich maximal mit der Erklärung ihrer Übererregtheit. Heutzutage liegt die Durchschnittsdauer eines Koitus allerdings bei satten zehn Minuten.

Vorzeitiger Samenerguss trifft sicher nicht nur den unerfahrenen Jüngling, sondern knapp 20% aller Männer. Meist handelt es sich um zurückhaltende, beruflich aber erfolgreiche Personen, die einen hohen Erwartungsdruck an sich selbst legen. Manche davon haben kein Gefühl für ihren Körper, andere wiederum sind ausschließlich mit ihrer Partnerin beschäftigt und verlieren somit die Kontrolle über ihre eigenen Gefühle.

Selbstbeobachtung und Versagensängste

Wer vorzeitig ejakulieren musste und dann kein Verständnis seitens der Partnerin bekommen hat, wird beim nächsten mal sicher wieder mit Angst an die Sache herangehen.

Es entsteht ein Teufelskreis aus Selbstbeobachtung und Versagensängsten. Bei manchen Männern stellt der vorzeitige Samenerguss allerdings auch eine Art Schutzwall dar: Sie kaschieren damit unbewusste Bindungsängste oder versteckte Ablehnung. Manchmal tragen auch Verletzungen aus früheren Ereignissen und Rachegefühle dazu bei.

Therapie auf allen Ebenen

Vor jeder Therapie muss demnach eine genaue Bestandsaufnahme der Symptome erfolgen, wie auch das Alltagsleben unter die Lupe genommen wird.

Man kann im Anschluss eine Therapie auf körperlicher wie psychischer Ebene einleiten. Die Erfolge sprechen für sich: Immerhin lernen nach Behandlung ca. 90 % aller Betroffenen nach wenigen Wochen, den Samenerguss willentlich hinauszuzögern. Grundvoraussetzung dafür ist allerdings die regelmäßige Übung alleine oder gemeinsam. Es geht darum, seinen Körper näher kennen zu lernen, den „Point of no return“ zu erkennen und zu steuern.

Loslassen und Neufinden

Geschlechtsverkehr mit der Partnerin wird in der ersten Phase der Behandlung „verboten“ – vor allem deshalb um Leistungsdruck nicht einmal im Ansatz entstehen zu lassen. In erster Linie geht es darum, dem Streicheln und Berühren wieder mit Vergnügen gegenüber zu stehen, sich seinen Empfindungen hingeben zu lernen und damit den Weg zur schönsten Sache der Welt wieder anzubahnen.

Tipps:

  • Entspannen Sie sich, konzentrieren Sie sich ganz auf ihre Empfindungen. Angst kann zu frühzeitigen Ejakulationen führen.
  • In manchen Stellungen kann der Mann länger aushalten.
  • Eine gute Methode, einen Orgasmus hinauszuzögern ist auch eine kurze Pause einzulegen.
  • Wechseln Sie z. B. die Stellung
  • Orgasmen lassen sich auch besser kontrollieren, wenn Sie die Harnröhrenschließmuskeln trainieren. Es sind dieselben Muskelnm die Sie anspannen um den Harnfluss zu beenden. Damit können Sie den Orgasmus wegdrücken und bekommen stärkere Erektionen.

Übung macht den Meister

Setzen oder stellen Sie sich mit gespreizten Beinen hin und imitieren Sie die Unterbrechung des Urinstrahls. Jener Muskel, der dabei aktiv wird, ist der PC-Muskel. Machen Sie diese Übuung regelmäßig. Anfangs 15 mal, dann steigern Sie im Laufe von sechs Wochen auf 50 Wiederholungen täglich. Wenn Sie beim nächsten Geschlechtsverkehr kurz vor dem Samenerguss stehen, spannen Sie den besagten Muskel an und Sie werden sehen…

Autorin:
Mag. Petra Ruso
Moderatorin und Gesundheitsjournalistin
http://www.minimed.at

Foto:
Koen Cobbaert


Responses

  1. Wow sehr interessant, vor allem der Tipp mit dem PC-Muskel. Ich wusste nicht, dass das funktioniert, kann ja eine schöne Überraschung für die Partnerin sein🙂


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