Verfasst von: AmZ | Januar 25, 2010

Gewichtsmanagement – 2. Teil

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Gefahrenquelle – industriell verarbeitete Fertigprodukte

  • Industriell verabreitete Kartoffeln in Form von Chips enthalten pro 100 Gramm Chips 40 Gramm Fett. Einfache, gekochte Salzkartoffeln dagegen nur ein halbes Gramm Fett und obendrein finden sich in Chips kaum mehr Vitamine und Ballaststoffe.
  • Seit Menschengedenken diente das Getreide als ganzes Korn (vollwertig) – in geschroteter oder gemahlener Form – roh, gekocht oder gebacken als tägliche Nahrungsgrundlage. In Ägypten war es der Weizen, in Asien der Reis, in Südamerika der Mais, bei den Germanen der Hafer. Der Nachteil des Vollkornmehls ist seine begrenzte Haltbarkeit. Die wertvollen, im Keim enthaltenen, ungesättigten Fettsäuren oxidieren und das Mehl wird dadurch ungenießbar (ranzig). Die Nahrungsmittelindustrie entwickelte den Vorgang des „Raffinierens“, um diesem wirtschaftlichen Nachteil der geringen Haltbarkeit zuvorzukommen. Das Korn wird geschält und vom Keim befreit, wodurch es zwar robuster und haltbarer, aber biologisch wertlos wird. Auf dem Weg vom vollen Korn zum Auszugsmehl gehen bis zu 80% Vitalstoffe verloren, die sich hauptsächlich in den Randschichten und im Keim des Korns befinden. Die Randschichten (Kleie) dienten den Menschen früher nicht nur als Vitalstoffspender (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente), sondern auch als Ballaststoffe, die eine natürlich geregelte Verdauung im Darm gewährleisteten.
  • In früherer Zeit war der Anteil von tierischem Fett in der Nahrung recht gering denn es war selten und teuer. Der weitaus größere Fettanteil in der Nahrung kam aus pflanzlichen Quellen durch rein mechanische Pressung von Sonneblumenkernen, Oliven oder Nüssen. Dieses noch heute übliche Verfahren hat zwar den Vorteil, dass man biologisch hochwertiges Öl – Vitalstoffe und ungesättigte Fettsäuren werden bei der Pressung nicht zerstört – erhält, der Ertrag ist jedoch relativ gering und die Haltbarkeit, so wie bei Vollwertmehlen, beschränkt. Aus diesem Grund werden auch Öle raffiniert. Der Presskuchen nach der mechanischen Pressung wird ausgewaschen, das Gemisch bei hohen Temperaturen wieder getrennt, danach gefiltert, gebleicht, wieder gefärbt – angeblich bevorzugen die meisten Menschen helle Öle – mit Antioxidantien versetzt und so weiter. So wird aus einem ursprünglich qualitativ hochwertigen und für unsere Gesundheit notwendigen Lebensmittel ein vitalstoffarmes, totes Nahrungsmittel ohne Geschmack, mit viel Füllwert, aber ohne Vollwert.

Gesund abnehmen

Das einzig Sinnvolle ist eine dauerhafte Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.

  • Setzen Sie sich ein realistisches Zielgewicht. Gut Ding braucht Weile. Pro Woche einen halben bis einen Kilo abzunehmen ist sinnvoll. Pro kg Körpergewicht müssen 7.000 kcal eingespart werden.
  • Nehmen Sie sich Zeit zum Essen. Wer langsam isst, wird schneller satt und hat viel weniger gegessen.
  • Trinken sie vor dem Essen ein großes Glas Wasser, das mindert den Appetit.
  • Alkohol macht dick; reduzieren Sie ihren Alkoholkonsum.
  • Kochen Sie möglichst oft und verwenden Sie frische vollwertige Rohstoffe.
  • Vermeiden Sie tierische Fette in Form von zuviel Fleisch oder Wurstwaren. Verwenden Sie native pflanzliche Öle wie Olivenöl oder Rapsöl mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion sollten Sie nicht mehr als 40-50g Fett pro Tag zu sich nehmen.
  • Achten Sie auf komplexe Kohlenhydrate in Form von Obst, Gemüse, Kartoffeln und Vollkornpreodukten (Naturreis, Vollkornnudeln, Vollkornbrot). Sie halten den Blutzuckerspiegel länger konstant und verhindern so ein zu schnell wiederkehrendes Hungergefühl.
  • Essen Sie zweimal wöchentlich Fisch, zubereitet mit wenig Fett.
  • Wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Vitalstoffen, besonders Jod, Eisen, Vitamin C, Magnesium und die B-Vitamine:
  • Jod wird benötigt, um ausreichend Schilddrüsenhormone zu bilden, die die Fettverbrennung anheizen. Große Mengen Jod finden sich in Seefisch und Meeresfrüchten.
  • Eisen als Bestandteil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin muss in ausreichender Menge vorhanden sein, um den Transport von Sauerstoff, ohne den kein Verbrennungsvorgang möglich ist, zu sichern. Eisen erhalten Sie genug durch den Verkehr von Blattsalaten, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Eiern und rotem Fleisch.
  • Vitamin C, der größte Feind der Speckdepots, ist an fast allen fettabbauenden Mechanismen beteiligt. Besonders Vitamin C-reich sind saure Beeren, Kiwis, Brokkoli, Mangold und Paprika.
  • Magnesium, der Chef beim Fettabbau, koordiniert die Freisetzung von Fettmolekülen aus den Fettzellen. Reich an Magnesium sind Bananen, Nüsse, grünes Blattgemüse und Kartoffeln.
  • B-Vitamine regen den gesamten Stoffwechsel an. Nahrungsmittel mit hohem Vitamin B-Gehalt sind Vollkornprodukte, Nüsse, Milch, Fisch, Obst und Gemüse.
  • Ohne Bewegung geht gar nichts. Ergänzen Sie ihr neues Ernährungsprogramm durch regelmäßige körperliche Aktivitäten.

Autorin:
Mag. pharm. Edeltraud Nikolowsky

Foto:
mewall82


Responses

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