Verfasst von: AmZ | Januar 19, 2010

Schnurrende Heiler – 2. Teil

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Miezen als Medizin

Menschen bleiben länger gesund, wenn sie mit einem Tier zusammenleben. Die herzigen Stubentiger helfen – nicht nur bei der Mäusejagd: Sie tragen auch zur Kreislaufstabilisierung bei. Menschen mit Heimtieren leiden außerdem seltener an Schlafstörungen und Kopfschmerzen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die bloße Anwesenheit einer Katze den Blutdruck senkt und die Seele beruhigt. Die wohltuende Wirkung von Katzen auf das Herz können Forscher jetzt bestätigen: Menschen mit einer Katze haben ein um 40% niedrigeres Herzinfarktrisiko als Menschen ohne Katze. Auch Kinder, die mit Haustieren leben, haben ein stärkeres Immunsystem und werden seltener krank. Zu diesem Ergebnis kamen englische Wissenschafter von der University of Warwick in Coventry unter der Leitung von June McNicholas. Im Bereich der Stressbewältigung bieten Katzen ebenfalls positive Unterstützung. Im Zusammenleben mit einer Katze erleben die Menschen abseits von den täglichen Anforderungen Freude und Entspannung. Dadurch wird die Ausschüttung von Endorphinen im menschlichen Gehirn angeregt, die das Schmerzempfinden verringern und den Stress abbauen.

Antistressmittel Katze

Katzen sind ein natürliches Antistressmittel, vor allem, wenn sie sich aus Zuneigung auf den Schoß kuscheln, intensiv einfordern gestreichelt zu werden und dabei genussvoll schnurren, meint die Psychotherapeutin Regina Lessenthin. Die psychologischen Entspannungsmethoden wie autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation liefern in der Regel für den Menschen keine besseren Entspannungsergebnisse.

Forschungen zufolge soll das Schnurren der Katzen auch eine heilende Wirkung haben. Knochen, die man Vibrationen im Frequenzbereich von 20 bis 50 Hertz aussetzt, heilen wesentlich schneller und weisen eine höhere Festigkeit und Stabilität auf. Ebenso wurden Muskelentündungen und -verspannungen dadurch gemildert. Da sich das Schnurren einer Katze im Frequenzbereich von 27 bis 44 Hertz bewegt, könnte die Katze durch ihr Schnurren also auch für einen Heilungs- und Linderungsprozess von etwaigen Knochen- und Muskelkrankheiten sorgen.

Zuhörerin Katze

Die Katze ist aber auch eine aufmerksame Zuhörerin. Vertraut man ihr Sorgen und Probleme an, spendet sie Trost und lenkt vom Alltag ab. Außerdem akzeptiert eien Katze „ihren“ Menschen so wie er ist, auch wenn er alt, faltig und vielleicht auch schon etwas langsamer geworden ist. Katzen verfügen über großes Einfühlungsvermögen für „ihren“ Menschen. Bei Kummer oder Krankheit begegnen sie ihm mit Zuneigung und vermehrter Aufmerksamkeit. Katzen steigern damit unser emotionales Wohlbefinden und helfen gegen Einsamkeit. Sie danken die Aufmerksamkeit ihnen gegenüber mit Schmuseeinheiten und Wohlfühlmomenten.

Katzen und Kinder

Prof. Reinhold Bergleruntersuchte unter anderem die Wirkung von Heimtieren auf Kinder. Jedes dritte Kind wendet sich dem Tier zu wenn es unglücklich ist oder wenn es Streit in der Familie gibt. Ein Haustier ist immer da und hat keine wichtigen Verabredungen. So vermittelt es Sicherheit, Halt und Geborgenheit.

Katzen als Co-Therapeuten

In der Praxis von Regina Lessenthin wird seit mehr als 10 Jahren mit Katzen gearbeitet. Vor allem Patienten, die eine Traumatisierung mit körperlichem Missbrauch und/oder Misshandlung erlebt haben, haben häufig Schwierigkeiten mit körperlicher Nähe. Die Katzen gehen auf die Patienten zu, je nach eigenem Naturell eher fordernd oder eher zurückhaltend. Sie bieten diese körperliche Nähe als Erfahrung ohne Hintergedanken an. Und richten nicht über den Patienten. So kann ein vertrauensvoller Umgang miteinander entstehen. Solche Erfahrungen stärken und machen Mut, es auch in anderen Situationen zu versuchen.

Nach einer Untersuchung von Uie-Liang Liou am I.E.T in der Schweiz profitiert ein Erwachsener von der heilsamen Wirkung der Tiere auch als älterer Mensch, wenn er als Kind mit einem Tier aufwuchs. Erziehungsziele wie zum Beispiel Verantwortungsbewusstsein, Pflichtbewusstsein, Fürsorglichkeit, Naturverbundenheit, rücksichtsvolles Verhalten, Lebensfreude, Verständnis für andere Menschen und Optimismus werden mit Hilfe eines Heimtieress gefördert. Viele Menschen, die sich anderen Menschen gegenüber nicht öffnen können, schaffen dies problemlos gegenüber einem Tier. Kein Wunder, dass Katzen als liebevolle Gefährten auch bei der Betreuung von depressiven Patienten eine Rolle spielen.

Eine Katze hört geduldig zu und scheint uns zu verstehen. Ihre Zuneigung ist spürbar. Die beste Medizin für Herz und Kreislauf, Geist und Seele, miaut also und hat ein flauschiges Fell.

Autorin:
Mag.Dr.rer.nat.Dr.med.univ. Sylvia Falter
Ärztin für Allgemeinmedizin und Komplementäre Heilweisen

Fotos:
· b o r g a ·
Whiskers and Whispers (The Future is Feline)


Responses

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