Verfasst von: AmZ | Januar 19, 2010

Schnurrende Heiler – 1. Teil

Die therapeutische Wirkung von Katzen

Menschen und Tiere leben schon immer in Gemeinschaft. Tiere sind uns für lange Zeit nicht mehr nur Nutztiere, sondern wir betrachten sie mehr und mehr als Freunde und Begleiter. Der Umgang mit ihnen ist für uns heute eine Selbstverständlichkeit.

„Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat.“ (Victor Hugo)

Katzen polarisieren

Schriftsteller aus allen Epochen haben Katzen Texte und Gedichte gewidmet. Nicht wenige, darunter Ernest Hemingway, Hermann Hesse und Charles Dickens, waren selbst stolze Katzenbesitzer. Doch damit noch nicht genug: Katzen begeisterten über die vergangenen Jahrhunderte französische Könige genauso wie Päpste, Künstler, Schauspieler, Wissenschafter, Wirtschaftsbosse und Politiker. Ihr gemeimnisvolles Wessen faszinierte von je her – ob im Guten oder im Schlechten. So sollen die mutigen Feldherren Alexander der Große, Caesar und Napoleon Bonaparte unter einer veritablen Katzenphobie gelitten haben. Ob Liebe oder Hass, eines steht damit fest: Katzen lassen uns Menschen nicht kalt.

Katze – Mensch: Eine wechselvolle Beziehung

Im Alten Ägypten wurden Katzen als Gottheiten verehrt. Im Nahen und Fernen Osten, in der islamischen Welt und in China waren Katzen äußerste beliebt. Bekannt war die große Zuneigung, die Mohammed für Katzen hegte, die ja im Unterschied zu den Hunden als reine Tiere galten.

Im Abendland dagegen war das finstere Mittelalter für die Katzen zunächst eine finstere Zeit. Sie führten zwar zunächst als zutrauliche Gefährten der Mönche und Eremiten ein friedliches Leben, gerieten aber bald in Verdacht, diese frommen Menschen vom Dienst an Gott abzulenken. In den Krallen der Inquisition waren die Katzen das Hauptziel der Anklagen gegen die Häretiker, die vom dogmatisch festgelegten Glauben abgewichen waren. Sogar der christliche Militärorden der Templer wurde verdächtigt, die Katze als Wiedergeburt des Teufels vergöttert zu haben. Die geheimnisvolle, ruhige Art der Samtpfoten, die den Menschen glauben ließ, das Tier habe eine Seele, sorgte vermutlich auch dafür, dass Katzen negative Kräfte angedichtet wurden. Sie galten als Reittiere von Hexen, als Schüler des Teufels, als Dämonen und als Unglücksbringer. Die Verteufelung der Katze erreichte ihren Höhepunkt in den Hexenjagden, die erst im 17. Jahrhundert endeten. Vor allem auf schwarze Tiere hatte man es abgesehen. Ein Rest dieses Aberglaubens ist heute noch erhalten, es soll Unglück bringen, wenn vor einem eine schwarze Katze die Straße kreuzt. Demgegenüber steht die Liebe der Katzenfreunde, die mitunter an den Katzenkult der alten Ägypter erinnert, weil sich bis heute noch die Vorstellungen von geheimnisvollen magischen Kräften der Katze erhalten hat.

Heutzutage gibt es auf dieser Welt so viele Katzen wie nie zuvor. Bereits vor Jahrzehnten hat die Katze in vielen Ländern Westeuropas, vor allem in den Großstädten, den Hund als beliebtestes Haustier übertrumpft. Die Katze wird daher von den in engen Wohnungen lebenden Menschen als das Haustier der Zukunft angesehen, als das lebende Symbol einer schon fernen urspünglichen Welt. Ihre Zukunft ist gesichert. Sogar dann, wenn der Mensch sich selbst vernichtet hat, und die Welt nur mehr von Ratten und Mäusen bewohnt sein wird, kann die Katze, die ihre Freiheit und Unabhängigkeit bewahrt hat, überleben.

Wohlfühlfaktor Katze

Für ein Tier verantwortlich zu sein bedeutet auch, von ihm gebraucht zu werden. Das ist für ältere und alleinstehende Menschen ein schönes Gefühl, Kinder wiederum lernen mit dieser Aufgabe für andere zu sorgen und die Bedüfnisse eines anderen Lebewesens auch einmal vor die eigenen zu stellen. Die Katze ist der ideale mitbewohner für Senioren. Sie kommt auf leisen Pfoten, lässt sich gerne streicheln und beschmusen und gilt als sehr sauber. Ältere Menschen profitieren von der Gegenwart einer Katze und genießen deren Gesellschaft. Die Samtpfote bindet den Menschen ans Leben, denn sie möchte täglich gefüttert, gestreichelt und beschäfftigt werden. Dabei wird der Mensch körperlich und geistig gefordert. Singles und Katzen bilden eine ideale Lebensgemeinschaft. Liebe, Aufmerksamkeit, Pflege und Futter, die der Mensch dem Stubentiger gibt, wird täglich tausendfach durch die treue Anwesenheit des kleinen Freundes belohnt.

Weiter zu Teil 2 von „Schnurrende Heiler“


Responses

  1. […] Schnurrende Heiler – 2. Teil Zurück zu Teil 1 von „Schnurrende Heiler“ […]

  2. Ich stimme dir völlig zu. Gleich werde ich den zweiten Teil lesen. Du hast mein Interesse völlig geweckt.

  3. Sehr inspirierender Text, ich sehe meine Katze jetzt mit ganz anderen Augen!

  4. Ich kann bestätigen, daß Katzen für ältere Menschen – gerade nach Verlust eines Partners – eine große Hilfe sein können.


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