Verfasst von: AmZ | Dezember 3, 2009

Brauchen wir BIO?

In der heutigen Zeit rollen ständig neue Trend-Wellen über uns hinweg, ausgelöst von… ja von wem eigentlich? Größtenteils wohl von Firmen-Multis, denen es ums Geldverdienen geht. No na, aus Nächstenliebe passiert wenig in Zeiten wie diesen.

Eine momentan sehr aktuelle Welle ist die Bio-Welle.
Übrigens überrollt sie uns nicht zum ersten Mal. Die Naturkostbewegung zu Beginn des vorigen Jahrhunderts erfuhr in den Sechzigerjahren als Bio-Welle einen neuen Aufschwung. Damals entstanden die ersten Naturkostläden – Exoten unter den „Greißlereien“ und ein Äquivalent zu den ebenfalls gerade im Entstehen begriffenen Supermärkten. Wahrscheinlich von missgünstigen Konkurrenten in Auftrag gegebene Untersuchungen ergaben in der Folge, dass nicht überall auch Bio drin ist, wo Bio draufsteht. Verunsicherung war die Folge – man traute dem Frieden nicht, und die Bio-Welle ebbte wieder ab.

Weil aber alles, was schon einmal da war, irgendwann wiederkommt, wie ein Bumerang, den man nur weit genug wegschleudern muss, so dass man ihn beim Wiederkommen schon vergessen hat… (Beispiele hiefür gibts genügend)… also deswegen kam auch die Bio-Welle wieder und das mächtiger und gewinnträchtiger als je zuvor.

Plötzlich gibts Bio-Lebensmittel auch in Supermärkten und, oh Wunder, jetzt glaubt man auch daran, dass alle Kriterien, die „Bio-Lebensmittel“ haben müssen, um als solche durchzugehen, tatsächlich erfüllt werden. Und ich bin fast sicher, dass auch bereits wieder Untersuchungen laufen, die sich bemühen, uns vom Gegenteil zu überzeugen. Hatte ich nicht schon ausgeführt, dass alles schon Dagewesene irgendwann mal wiederkommt? Eben.

Dabei ist gesunde Ernährung so einfach! Einfach – das ist das Zauberwort!
Die meisten von uns sind zu jung, um noch zu wissen, was unsere Großeltern gegessen haben. Aber genau zu dieser Art des Essens sollten wir wieder zurückfinden, zumindest in den Grundzügen. Wie das geht? Ganz  EINFACH:
Produkte der Saison verwenden, die keine langen Transportwege brauchen, um zu uns zu kommen, Fleisch nur am Sonntag, da ist es dann auch kein Problem, wenn mal ein Fetträndchen am Kotelett dran ist. Ansonsten viel Gemüse, Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Nudeln, damals waren sie selbst gemacht. Kaum jemand hatte zu dieser Zeit Limonaden daheim. Man drehte den Wasserhahn auf, wenn man durstig war. Oder Mama kochte eine Kanne Früchtetee – selbst geerntet und getrocknet natürlich, der dann auch mit Zucker oder Honig gesüßt war. Zur Jause gabs Schmalzbrot, Papa tat viel Zwiebel drauf. Als Salat aß man im Winter rote Rüben und Kraut, im Sommer Paradeiser und Kopfsalat. Auf den Maikönig und den ersten Kohlrabi im Frühling freuten sich alle. Da gabs dann auch Erdbeeren und Kirschen, hingegen wurden im Winter die eingelagerten Apfel gegessen. Ein Butterbrot und ein Apfel – eine Köstlichkeit! Viel Brot, Mehlspeisen und Suppen kamen auf den Tisch.

Keinem wäre es damals eingefallen, das ganze Jahr über frische Tomaten haben zu wollen. Oder Erdbeeren im Dezember, oder exotische Früchte, die angeblich so viele Vitamine enthalten. Was ja auch stimmt, wenn die Früchte im Ursprungsland geerntet und dort gleich verzehrt werden. Auf dem oft wochenlangen Transport, während derer die unreif geernteten Früchte ausreifen sollen, geht ein Großteil dieser Vitamine nämlich verloren.
Diese Beispiele ließen sich schier unendlich fortsetzen.

Also sollten wir uns fragen: Was ist überhaupt „Bio“? Wo hört Bio auf und fängt die Geschäftemacherei an? Ist das eine ohne das andere überhaupt möglich? Brauchen wir wirklich Bio-Lebensmittel, um uns gesund ernähren zu können?

Autorin:
Mag. Alexa Testa
Ernährungswissenschafterin
Referentin Ernährung

Foto:
Herr Thalmann


Responses

  1. Also ich find die Ernährung meiner Großeltern ungesund. Es ist viel zu viel Fett dabei und Gemüse findet sich immer nur in Kleinen Beilagen. Meine Großmutter tut Zucker in den Salat, ganz viel Rahm in den Spinat und Karfiol wird stark gebröselt. Fleisch gibts auch mindestens 4 – 5 mal die Woche. Auch meine Freunde bestätigen das. Sie meinen die Nachkriegs-Generation meine halt man könne nie zuviel haben, wegen dem Essensmangel von damals. Wieso wohl haben so viele alte Leute einen fast bedrohlichen Cholesterinspiegel


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