Verfasst von: AmZ | November 18, 2009

Bäuerliche oder industrialisierte Landwirtschaft?

Eine grundsätzliche Wende vom industriell-technokratischen zu einem ökologisch-ganzheitlichen und damit ethisch richtigen Handeln muss so schnell wie möglich ein gesamt-gesellschaftliches Anliegen werden. Dabei nimmt die Landwirtschaft eine Vorreiterrolle ein, da ganzheitliches Denken dort noch in einigen Bereichen vorhanden ist und die Art und Weise, wie die Lebensmittel erzeugt werden, über die Ernährung alle Bürger eines Landes direkt betrifft. So gesehen ist der biologische Landbau keine Marktnische für Sonderlinge (fortschrittsfeindliche Bauern und schrullige Konsumenten), sondern die einzig verantwortbare Form der Landbewirtschaftung gegenüber unseren Kindern. Es ist auch kein Rückfall ins Mittelalter mit Hungersnöten und Seuchen, sondern schlichtweg das Überlebensprogramm für die wachsende Menschheit auf einem flächenmäßig schrumpfenden Planeten.

Zur Erfüllung dieser Aufgaben bedarf es aber eines Bündels politischer Maßnahmen wie: rigorose Produktionsbeschränkungen auf das Ausmaß der natürlichen Bodenfruchtbarkeit, Bindung der Tierhaltung an die Fläche, Abstockung übergroßer Bestände gegen finanziellen Ausgleich bzw. Einhebung von Abgaben für Massentierhaltungen und eine wirksame Förderung von Alternativen (Eiweißfuttermittel, Ölsaaten, biogene Rohstoffe, tiergerechte Haltungsformen etc.). Mittelfristig muss dann das Einkommen der ökologisch wirtschaftenden Bauern über entsprechende Lebensmittelpreise gesichert werden.
Als Gegenleistung erhält der Konsument gesundheitsfördernde, gentechnikfreie Lebensmittel, trinkbares Grundwasser, fruchtbare Böden, artgerecht gehaltene Nutztiere und eine gepflegte, lebenswerte Kulturlandschaft.

Als Konsument – und das sind wir alle – kann jeder Einzelne sehr viel tun! Beispielsweise keine Kiwi aus Neuseeland oder Granny Smith-Äpfel aus Südafrika kaufen, sondern Obst und Gemüse der Saison (Salat im Sommer, Kraut im Winter) aus der Region, Eier aus Boden- oder Freilandhaltung, Fleisch von der Mutterkuhhaltung, von Weidenmastgeflügel oder Schweinen die auf Stroh gehalten werden und Milch von Kühen, bei mäßigem Kraftfuttereinsatz in den Grünlandgebieten.

Autor:
O.Univ.-Prof. i.R. Dipl.-Ing. Dr. Alfred  HAIGER
Professor an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien
Referent Ernährung

Foto:
Compassion in World Farming Nederland


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